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Epidemiology of encephalitis in children. A prospective multicentre study.
Marjaleena Koskiniemi et al:
Trotz Elimination von Masern, Mumps und Röteln in Finnland durch ein langjähriges
MMR-Impfprogramm, hat die Gesamtzahl an viralen Encephalitiden des Kindesalters nicht
abgenommen, auch nicht die Anzahl schwerer Encephalitisverläufe.
Eur J Pediatr. 1997 Jul;156(7):541-5.
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Abstract:
We found 175 cases with acute encephalitis in a population of 791,712 children aged 1 month-15
years during a 2-year surveillance period in 1993-1994. The overall incidence was 10.5/100,000
child-years with the highest figure in children < 1 year of age, 18.4/100,000 child-years.
The microbial diagnosis was considered proven or suggested in 110 cases (63%); varicella zoster,
respiratory and enteroviruses comprised 61% of these, and adeno, Epstein Barr-, herpes simplex
and rota viruses comprised 5% each. A clearcut change seems to have occurred in the aetiology of
encephalitis. Mumps, measles, and rubella virus associated encephalitides have been almost
eliminated. Varicella zoster, respiratory, and enteroviruses have increased in frequency and
occur in younger age groups. New causes were identified, especially Chlamydia pneumoniae and HHV-6.
Our data should assist in making a specific diagnosis and defining appropriate antimicrobial
therapy. CONCLUSIONS: The spectrum of encephalitis in children has changed due to vaccination
programs. The incidence, however, appears to be about the same due to increasing frequency of
other associated old and new microbes.
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Ergänzung und Anmerkung:
Dies ist eine der äusserst seltenen Arbeiten, welche auch die Frage nach der Wirkung der
MMR-Elimination auf die Gesamtkrankheitslast des Kindesalters an Enzephalitiden und
deren Folgen mit einschliesst.
1989 war von der gleichen Autorin ein analoger, aber über 20 Jahre reichender Überblick publiziert
worden ("Effect of Measles, Mumps, Rubella Vaccination on Patterns of Encephalitis
in Children" The Lancet 1989 Jan: 31-34). Dabei fiel die Gesamtinzidenz an viralen Encephalitiden
jener Beobachtungsperiode mit 8,3/100'000 Kinder-Jahre tiefer aus als 1993/94 (10,5/100'000 KJ).
Über die Jahre zeigte sich zunächst eine abnehmende Tendenz mit einem
Minimum von 2.5/100'000 im Jahr 1986 ("honey moon"), 4 Jahre nach Start der
MMR-Eradikationskampagne in Finnland, danach aber wieder ein Anstieg.
Das Erregerspektrum war ab Mitte 80'er Jahre ähnlich wie oben, in den
70'er Jahren dagegen war ein Drittel der Fälle dem Masern- und dem Mumpsvirus zuzuordnen. Die
Schlussfolgerung musste für die 80er Jahre dennoch lauten, dass die Verringerung der Gesamtzahl der
Encephalitis-Fälle die Anzahl der Defektheilungen und Todesfälle nicht zu verringern vermochte.
Im Falle von Finnland muss man also feststellen, dass längerfristig die Elimination von
Masern, Mumps und Röteln weder die Gesamtzahl an kindlichen Enzephalitisfällen noch die
Gesamtzahl an schweren Verläufen der Encephalitiden mit Defektheilung oder Todesfolge
verringern konnte. Was diesbezüglich in anderen Ländern läuft wissen wir nicht: entweder
wird die erforderliche Forschung nicht geführt oder allfällige Erkenntnisse werden nicht
publiziert - eine PubMed-Suche anfangs 2005 hat keine zusätzlichen Hinweise gebracht.
Peter Klein
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